Am 09. September 1917 wurde die ZWST unter dem damaligen Namen „Zentralwohlfahrtstelle der deutschen Juden“ in Berlin gegründet, um als Dachverband die vielfältigen sozialen Einrichtungen und Wohlfahrtsorganisationen zu koordinieren. Nach kurzer Unterbrechung während der Zeit des Nationalsozialismus wurde die ZWST 1951, unter ihrem heutigen Namen „Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland“ wiedergegründet. Bis zum heutigen Tag vertritt die ZWST jüdische Gemeinden auf dem Gesamtgebiet der Wohlfahrtspflege gemäß ihrem Leitbild „Zedaka“.
 
Im Jahr 2017 hat die Zentralwohlfahrtstelle ihr 100-jähriges Jubiläum begangen. Dieses große Jubiläum unterstreicht die lange Tradition jüdischer Wohlfahrtsarbeit in Deutschland, die ihre Wurzeln bereits im 17. Jahrhundert hat. Die Geschichte der jüdischen Wohlfahrtspflege ist vor allem im 20. Jahrhundert eine diskontinuierliche Geschichte. Trotz tiefer Einschnitte und Brüche gelang es der ZWST in den letzten 100 Jahren immer wieder, sich auf neue Einwanderungswellen einzustellen und sich nach der Zerschlagung während der Shoa wieder komplett neu aufzustellen.
Im Rahmen dieses Jubiliäums wurde eine Wanderausstellung konzipiert, neue Publikationen herausgebracht und ein Dokumentarfilm gedreht:


100 Jahre ZWST - Eine Chronik

In ihrem Jubiläumsjahr 2017 kann die ZWST auf ihre Geschichte in vier politischen Systemen zurückblicken. Wie entwickelte sich die jüdische Sozialarbeit und Wohlfahrtspflege im Kaiserreich, während der Weimarer Republik, in NS-Deutschland und in der Bundesrepublik Deutschland?

Die vorliegende Chronik gibt einen Überblick

100 Jahre ZWST (1917-2017) - Eine Chronik


"Brüche und Kontinuitäten"

Umfangreiche Veröffentlichung im Fachhochschulverlag zu 100 Jahren ZWST

Die hundertjährige Geschichte der „Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland“, die 1917 als „Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden“ gegründet wurde und seit 1924 zu den Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege gehört, wird in diesem Band analysiert, diskutiert und gewürdigt. Die Beiträge umfassen die Zeitspanne von der Gründung im Kaiserreich über die Auslöschung durch die Nationalsozialisten 1943, die Neugründung ab 1951 bis in die Gegenwart. In einem Anhang werden Quellentexte von Wegbereitern, Förderern und Mitarbeitern der ZWST (Bertha Pappenheim, Leo Baeck, Hilde Ottenheimer, Friedrich Ollendorff, Georg Lubinski, Friedrich Brodnitz, Harry Maòr, Berthold Simonsohn) wieder zugänglich gemacht.

100 Jahre Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (1917 - 2017). Brüche und Kontinuitäten. Hrsg.: Arbeitskreis Jüdische Wohlfahrt, Steinheim-Institut, ZWST. Redaktion: Sabine Hering, Harald Lordick, Gudrun Maierhof, Gerd Stecklina. Frankfurt, Fachhochschulverlag, 2017 (420 S., 45 €)

Der Titel ist bei der ZWST erhältlich. 

Bestellung: Daniela Sobol, T.: 069 / 944 371-25

(Mo. u. Mi. 13-17 Uhr)

sobol@zwst.org

Rezension von Prof. Dr. Karl-Heinz Boeßenecker


Wanderausstellung

Die Wanderausstellung will an die maßgeblichen Gründerinnen und Gründer erinnern und die gesamte Entwicklung der ZWST — in guten und schlechten Zeiten — anhand der Biographien von 33 Schlüsselpersonen bis in die Gegenwart hinein beleuchten. Jene Personen haben durch ihre Kompetenz und ihr Engagement die jüdische Wohlfahrtspflege zu einem professionellen und modernen Repräsentanten der Sozialen Arbeit in Deutschland gemacht.

Folder "Führende Persönlichkeiten aus 100 Jahren"


Dokumentarfilm "Das Gewissen ruft"

100 Jahre ZWST - 100 Jahre im Dienst jüdischer Wohlfahrt

Der von Martin Höcker gedrehte Film nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise durch die wechselhafte Geschichte der ZWST. Der erste Teil des Films schildert die Entstehung der ZWST unter dem Dach ihres Leitbildes „Zedaka“. Thematisiert wird die Zwangsauflösung der ZWST während der NS-Diktatur.  Persönlichkeiten, die die ZWST in der Nachkriegszeit geprägt haben, zeigen dem Zuschauer aus ihrer Sicht, wie sie den Herausforderungen ihrer Zeit begegneten. Im zweiten Teil veranschaulicht der Film die einschneidenden Veränderungen durch die Zuwanderung aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion in den letzten 27 Jahren und skizziert gegenwärtige und zukünftige Schwerpunkte. Diese reichen von der Professionalisierung der Sozialarbeit, der Bildungsarbeit im Bereich der Antisemitismusprävention, über die Nachwuchsförderung im Bereich der Jugendarbeit bis hin zu einem breiten integrativen und interkulturellen Angebot in verschiedenen Einrichtungen der ZWST.

Der Film ist bei der ZWST erhältlich (Preis: 10 €)

Bestellung: Daniela Sobol, T.: 069 / 944 371-25  (Mo. u. Mi.: 13-17 Uhr)

sobol@zwst.org




Das Gewissen ruft


100 Jahre ZWST – 100 Jahre im Dienst jüdischer Wohlfahrt
Ein Film von Martin Höcker (10 Min. Kurzversion)


Der Film nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise durch das 100jährige Bestehen des jüdischen Wohlfahrtsverbandes und seine wechselhafte Geschichte.